Seat fördert Projekt zur Umwandlung von Biomüll in CNG

2. May. 2019 I Autor: Maren Tamm-Headland I 289 mal gelesen
Seat fördert Projekt zur Umwandlung von Biomüll in CNG
Aus Müll wird Sprit: Nachdem die geniale Technologie jahrelang blockiert wurde, steigt Seat als Autohersteller ein

Sprit aus Biomüll - das ist kein neues Thema, wurde nur jahrelang von der Industrie nicht beachtet, teils nahezu sabotiert. Doch durch Diesel-Skandale, das Vorpreschen von Tesla und den Chinesen in der Elektrotechnologie, zukunftsorientierten Unternehmen wie Verbio oder Orangegas, dem Verband CNG-Club und nicht zuletzt dank der Deutschen Umwelthilfe (muss man jetzt mal sagen) wird auch Deutschland zum Umdenken gezwungen. CNG - besser bekannt als Erdgas aber auch Methan - ist eine perfekte, umweltfreundliche Alternative zu Benzin und Diesel - bei bestehenden Verbrennungsmotoren.



Jetzt gibt auch Seat sein Engagement in dem Thema bekannt. Und man plant nicht erst, man ist schon mittendrin. Das Projekt "Life Methamorphosis" hat sich zum Ziel gesetzt, mithilfe der folgenden fünf Schritte organische Abfälle in Biomethan umzuwandeln, das sich in konventionellen CNG-Motoren verbrennen lässt.

Nur mit dem Müll Barcelonas können 10.000 Autos pro Jahr fahren

- Recycling: Jeder Einwohner der Stadt Barcelona produziert täglich etwa 1,5 Kilogramm Müll. Das sind insgesamt 2,5 Millionen Kilogramm oder 2.500 Tonnen Müll, von denen nur 40 Prozent recycelt werden. "Mit dem anfallenden Biomüll können wir genug Biomethan produzieren, um mit 10.000 Autos jedes Jahr eine Strecke von 15.000 Kilometern zurückzulegen," betont der Ingenieur Andrew Shepherd von Seat, der das Projektleitet.

Von den Müllbergen des Ecoparc 2 in Barcelona werden die organischen Abfälle aus den braunen Tonnen und die verwertbaren Abfälle aus den grauen Tonnen als Rohmaterialien verwendet. Anschliessend wird daraus Biomethan hergestellt, das als Biokraftstoff genutzt werden kann.

Nicht genutzter Müll-Rest wird am Ende zu Dünger verarbeitet

- Umwandlung: Der Umwandlungsprozess beginnt, nachdem der Biomüll vor Ort im Ecoparc gesammelt und in 26 Meter hohe Faultürme eingefüllt wurde. Deren Höhe entspricht einem achtgeschossigen Gebäude mit einem Fassungsvermögen von jeweils 4.500 Kubikmetern. Da die Faultürme keinen Sauerstoff enthalten, beginnt ein Zersetzungsprozess, bei dem Gase freigesetzt werden. Nach 30 Tagen ist Biogas mit einem Methangehalt von 65 Prozent entstanden.

"Die Qualität dieses Biogases reicht noch nicht aus, um einen Gasmotor anzutreiben, daher muss es raffiniert werden," erläutert Shepherd. Da der Biomüll, der nicht umgewandelt werden konnte, als Düngemittel verwendet wird, können alle Inhaltsstoffe weiterverwertet werden.



- Raffination und Komprimierung: Zu diesem Zeitpunkt enthält das Gasgemisch Methan und Kohlendioxid. Es muss jedoch noch raffiniert werden, damit die Qualität für den Fahrzeugbetrieb ausreicht. Der Seat-Ingenieur weist darauf hin, "das eine der schwierigsten Aufgaben bei diesem Projekt die Herstellung von Gas in gleichbleibend hoher Qualität ist. Am Ende der Studie werden wir testen, wie sich die ausschliessliche Verwendung unseres Biomethans auf die Motoren unserer vier Testfahrzeuge auswirkt." Im Anschluss an die Raffination wird das Gas komprimiert und gelagert.

- Fahrzeugbetankung: Das Biomethan ist nun zum Gebrauch in jedem CNG-Fahrzeug bereit. Das Auftanken an der Projekttankstelle dauert dabei weniger als drei Minuten. "Dieses Biomethan kann in das Gasversorgungsnetz eingespeist werden. Die chemische Zusammensetzung ist die gleiche, daher kann es direkt verwendet oder mit herkömmlichem Gas gemischt werden," so Shepherd.

Statt 4 Testfahrzeugen könnten schon 3.750 CNG-Autos fahren

- Fahren: Bei dem Pilotprojekt entsteht zwar genug Biomethan für den Antrieb der vier Testfahrzeuge, aus den Abfällen des Ecoparc 2 könnte jedoch noch viel mehr Biogas produziert werden. Würde man das gesamte Biogas des Ecoparc 2 in Biomethan umwandeln, könnten 3.750 Seat Leon damit jedes Jahr einmal um die Welt fahren.

"Dieses erneuerbare Biomethan kann die Antwort auf einige drängende Probleme sein, die sich uns heute stellen. Zum Beispiel können wir damit einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leisten sowie Abfall und Treibhausgase reduzieren, da bei der Produktion und Verwendung von Biogas 80 Prozent weniger CO2 ausgestossen wird als bei der Verbrennung von Benzin“, sagt Shepherd.

Derzeit sind drei Seat Leon und ein Seat Arona mit Biomethan unterwegs. Nach einer Laufleistung von mindestens 30.000 Kilometern soll dessen Auswirkung auf die Motoren untersucht werden.

Quelle: hs/stöckl | Fotos: Seat, Verbio, Orangegas




 

WEITERE PASSENDE NACHRICHTEN ZUM ARTIKEL

Bezahlte Empfehlung | Anzeige


VIDEO TIP AUS UNSEREM KINO



SERIEN & SPECIALS BEI JOHNTIM.DE


Bezahlte Empfehlung | Anzeige


Social Media und Kontakt

Facebook

social

Twitter

social

Youtube

video

Dailymotion

video

Newsletter

kontakt

E-Mail Box

kontakt


Bezahlte Empfehlung | Anzeige



Bezahlte Empfehlung | Anzeige


SERIEN & SPECIALS BEI JOHNTIM.DE


Bezahlte Empfehlung | Anzeige