Extreme E: Offroad-Motorsport offiziell umweltfreundlich

27. Sep. 2019 I Autor: Bert Hallmackenreuther I 1473 mal gelesen
Extreme E: Offroad-Motorsport offiziell umweltfreundlich
Der neue Papst des Offroad Motorsports - Alejandro Agag, der den Offroad Motorsport umweltfreundlich macht

Greta Thunberg aufgepasst: Wir sind jetzt die Guten - ganz offiziell mit Segen der UN. Doch von Anfang an. Man kann über die neue "Extreme E" Rallyraid-Serie mit Elektro-SUV denken was man will - aber die Offroad-Motorsport Szene hat einen neuen Papst: Alejandro Agag, Erfinder der "Formel E" und eben auch der "Extreme E". Denn er hat geschafft, was jeder Offroad-Motorsportler seit Jahren schon weiss: Offroad-Motorsport ist offiziell umweltfreundlich! Kein Witz - die "Extreme E" ist der "Sports for Climate Action Initiative / Sport für den Klimawandel Initiative" der UN beigetreten und will mit der Offroad-Rally an den entlegensten Orten der Welt (wie Grönland) off-road für den Umweltschutz fahren, äh, kämpfen.

PR-Gag des Jahrhunderts - Offroad Rallys sind mit E-Motor super

Ja, richtig gelesen. Denn Umweltschutz wird ausschliesslich (!) am CO2-Ausstoss gemessen. Heisst: Wer mit einem Verbrenner-Motor und einem recycelbaren Fahrzeug durch die Natur fährt, ist nicht so toll. Wer das gleiche mit einem bis heute nicht recycelbaren Elektrofahrzeug macht, dessen Umweltbilanz (ausserhalb des aktiven CO2-Ausstosses) aktuell etwa so bekannt ist wie Nuklear-Energie in den 50er Jahren, die Batterie-Herstellung etwa so umweltfreundlich ist wie die von Giftgas und das ganze mit Strom betrieben werden soll, den man vor Jahren (Glühbirnen!) noch sparen sollte - dann ist alles grün.



Die Rally selbst reist mit einem alten Schiff von Rennstrecke zu Rennstrecke. Dafür wurde ein ehemaliges Post-Schiff organisiert, das für mehrere Millionen Euro umweltfreundlich umgebaut werden soll. Teilnehmer werden ein- und ausgeflogen - und irgendwie muss im Nirwana auch der Strom für die Rallyfahrzeuge produziert werden. Apropos Rallyautos, die werden für die Serie eigens neu und aufwändig entwickelt.

Man könnte auch mit Uran-Brennstäben fahren - hauptsache kein CO2

Na, was aufgefallen? Wir lesen daraus: Wir sind jetzt umweltfreundlich! Die von der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC) geleitete Initiative "Sport für den Klimawandel" ist aus dem Pariser Übereinkommen von 2015 hervorgegangen und fordert Sportorganisationen auf, ihren Beitrag zur Klima-Neutralität zu leisten. Und wieder der Haken: Es geht nur um den aktiven CO2-Ausstoss. Das ist ungefähr so ehrlich wie das Fahren mit Uran-Brennstäben. Auch kein CO2 - scheiss auf den radioaktiven Sondermüll, wird schon wieder eine Greta kommen, die das später mal regelt.



Nun ist es eben so - und so lasset uns alle davon profitieren. Alejandro Agag sieht es jedenfalls so: "Extreme E ist ein Motorsport, der aus Sorge um die Zukunft des Planeten entwickelt wurde." Dabei will man fünf Prinzipien einhalten:

1) Förderung eines besseren Umweltbewusstseins
2) Reduzierung der Klimaschädigung durch Sport
3) Die Veranstaltung als Plattform für Umweltschutz nutzen
4) Förderung eines verantwortungsvollen und nachhaltigen Konsums
5) Eintreten für den Klimaschutz durch Aufmerksamkeit

Wohl gemerkt, wir reden immer noch über Offroad-Motorsport, nur eben mit fahrenden Zeitbomben. Ein grandios genialer Schachzug des "Extreme E" Gründers, ja, wir nehmen unseren Hut und verneigen uns. Das Lustige: Alle fallen auf den PR-Gag rein. So sagt Niclas Svenningsen von "UN Climate Change": "Es ist erfrischend zu sehen, das eine Sportart mit dem Ziel geboren wird, das Klima-Bewusstsein und entsprechendes Handeln zu stärken." Er freut sich, das der Offroad-Motorsport "den Wettlauf gegen den Klimawandel unterstützt".

Ein Glas ist halb voll oder halb leer - eine Sache der Definition

Ab 2021 plant die "Extreme E" dort die Landschaft zu durchqueren, wo es bisher keinem Offroader erlaubt war: Im Eis von Grönland, im Amazonas-Regenwald und im Himalaya, dazu kommen eine Wüste und ein nicht näher definierter Küstenstandort. Natürlich nur, um zum Schutz dieser sensiblen Klima-Regionen aufzurufen. PR-Genie Alejandro Agag weiter: "Wir hoffen, das Extreme E Fans, Gemeinden und Regierungen dazu inspiriert, ihre Bestrebungen zum Klimaschutz zu steigern mit dem gemeinsamen Ziel, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Das ist ein Kampf, den wir gewinnen müssen - gegen globale Erwärmung, Gletscherschmelze, steigenden Meeresspiegel, Dürre, Überschwemmungen und mehr..."



Luftholen - und ausnahmsweise mal ein Fazit: Selbst wir als jahrelange Offroad- und Offroad-Motorsport Experten mit zahlreichen Dakar-Rallies auf dem Tacho, zig durchquerten Wüsten, den Steppen Chinas, Russlands und der Mongolei bleibt uns da - ehrlich gesagt - die Spucke weg. Warum ist man nicht selbst darauf gekommen? Offroad Motorsport ist ab sofort grün - ok, bis auf den CO2 Ausstoss, aber das bekommen wir auch noch hin. Der Grundstein ist gelegt - und Alejandro Agag der neue Thierry Sabine. Ob dann auch unsere neuen Freunde von Greenpeace jubelnd am Streckenrand stehen? Nach der neuen Definiton müssen sie das.

hs/hallmackenreuther | Fotos: Extreme E


 

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