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Lungenärzte und Verkehrsminister zweifeln an den Grenzwerten

24. Jan. 2019 I Autor: Hagen Greifenthal I 97 mal gelesen
Lungenärzte und Verkehrsminister zweifeln an den Grenzwerten
Lungenärzte und Verkehrsminister zweifeln an den Grenzwerten

Seit dem 23. Januar 2019 liegt ein Positionspapier vor, in dem mehr als 100 Lungenärzte die geltenden Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxid anzweifeln. Einen Tag zuvor hatte der ehemalige Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (DGP) Dieter Köhler einem Gespräch mit "FAZ.Net" das Positionspapier angekündigt, in dem ein Grossteil der vorhandenen Studien zu Gesundheitsgefahren durch Dieselabgase als methodisch fragwürdig bezeichnet werden. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hält die Zweifel der Lungenfachärzte für berechtigt. Die Initiative sei ein wichtiger und überfälliger Schritt, um "Sachlichkeit und Fakten in die Diesel-Debatte zu bringen."

Auch der ADAC nahm die Veröffentlichung der Ärzte-Stellungnahme zum Anlass, jetzt eine Überprüfung der Grenzwerte zu fordern. "Wenn Bürger von Fahrverboten betroffen sind, müssen sie sich darauf verlassen können, dass die geltenden Grenzwerte wissenschaftlich begründet sind," sagte der Vizepräsident des Autoclubs, Ulrich Klaus Becker, laut "FAZ Net". Die EU-Kommission müsse die wissenschaftliche Grundlage ihrer Grenzwerte rasch unter die Lupe nehmen.



In ihrer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme bezweifeln die Lungenfachärzte den gesundheitlichen Nutzen der aktuellen Grenzwerte. Sie sehen derzeit keine wissenschaftliche Begründung für die Werte und fordern eine Neubewertung. Viele Studien, die die Gefahren durch Feinstaub und Stickoxid zeigen sollen, wiesen erhebliche Schwächen. Die Daten seinen unwissenschaftlich erhoben und einseitig interpretiert worden.

Die Gruppe um den Lungenarzt und früheren Präsidenten Köhler ist in der DGP mit ihren etwa 4000 Mitgliedern jedoch in der Minderheit. Der aktuelle Vorstand der Gesellschaft hatte noch Ende November in einem Positionspapier ausführlich auf Gesundheitsrisiken durch Stickoxid und Feinstaub hingewiesen und sich dabei die Studienergebnisse des renommierten Helmholtz Zentrums für Umweltmedizin zu Eigen gemacht. Die Münchner Forscher sehen erhebliche Gesundheitsgefahren durch Stickstoffdioxid und Feinstaub auch schon bei niedrigen Konzentrationen.

Der Chefarzt der Stuttgarter Lungenklinik im Krankenhaus vom Roten Kreuz, Martin Hetzel, teilt die Kritik von Köhler: "Es gibt keine Feinstaub- oder Stickstoffdioxid-Erkrankung der Lunge oder des Herzens, die man im Krankenhaus antrifft. Es gibt auch keinen einzigen Toten, der kausal auf Feinstaub oder Stickstoffdioxid zurückzuführen wäre. Das ist unseriöser, ideologiegeleiteter Populismus."

Köhler bezweifelte auch die Zahlen über Tausende vorzeitiger Todesfälle auf Grund von Stickstoffdioxid, die das Umweltbundesamt mit Verweis auf die Studien des Helmholtz Zentrums verbreitet hat. Für Hetzel sind die Berechnungen der Helmholtz-Forscher konstruierte mathematische Modelle, die mit der Realität nichts zu tun haben: "Es ist einfach nicht plausibel, dass diese geringen Konzentrationen von Stickstoffdioxid und Feinstaub die Gesundheitsschäden und die Todesfälle verursachen sollen, die derzeit publiziert werden."

Holger Schulz, der stellvertretende Direktor des Zentrums für Epidemiologie am Helmholtz Zentrum, wies die Kritik der Ärztegruppe um Köhler an den wissenschaftlichen Methoden in einem Gespräch mit "FAZ.net" zurück.

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