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Gedanken Auftanken: Fake-News, Spinner und kein Bentayga

23. May. 2019 I Autor: Bert Hallmackenreuther I 771 mal gelesen
Gedanken Auftanken: Fake-News, Spinner und kein Bentayga
Kann so nicht funktionieren: Schon der Frontbügel deckt die Scheinwerfer ab - und wo will man das Ding befestigen?

Es gibt Tage, da schaut man, schluckt und schreibt - denn das, was man sieht, ist eine Story wert. So passiert es uns immer wieder mit Fahrzeugen des US-Amerikaners Hennessey, der aus Pickup-Monstern oder Luxusfahrzeugen noch wildere Dinge baut und verkauft. Gleiches gilt für Menschen wie Kourosh Mansory oder Afzal Kahn, die keine Scheu haben, auch einen Rolls Royce aufzuschneiden oder Luxus-Legenden wie einen Range Rover "over the top" komplett neu zu designen. Wow, denkt man sich da als Schreiberling, "krank". Aber man weiss: Die machen das. Die können das. Die setzen das um. Und: Sie haben Kunden dafür, egal was es kostet.



Und dann gibt es die "Visionäre", "Spassvögel", "begabte Kids" oder simpel "Spinner, die um Aufmerksamkeit ringen". Die haben ähnliche Ideen und designen auch gerne mal herum. Sie beliefern das Internet mit teils lustigen, teils richtig guten aber oft einfach blöden Grafiken bzw. Renderings, die dann gerne über Facebook und Co. getauscht werden. Richtig blöd wird aber, wenn z.B. ein Design von vornherein nicht funktionieren kann, es keine Kunden gibt, man keine Ahnung hat - aber so tut, als wenn man das alles ernst meint. Noch dümmer, wenn dann Journalisten die Geschichte aufnehmen und diese - falsch - weiterverbreiten.

Bengala baut den Bentayga - baut Culinaria dann den Cullinan?

So geschehen diese Woche, als eine grosse deutsche Autozeitschrift - ernsthaft - einen "Monster Offroad Bentley Bentayga" aus Spanien ankündigte, der angeblich gemeinsam mit einem spanischen Rally-Champion entwickelt wurde. Ok, der Artikel war bei einem US-Magazin geklaut. Dennoch, laut Designer sollen 15 Stück des ominösen Offroad-Bentayga für reiche Kunden tatsächlich gebaut werden. Tatsächlich?



Der Name des Rally-Champions ist natürlich geheim, klar. Noch lauter sollten die Alarmglocken allerdings klingeln, wenn ein "Designbüro" sich nach dem Projekt nennt. Statt Bentayga heisst das Designbüro "Bengala" - was im Spanischen passenderweise soviel wie "Wunderkerze" oder "Fackel" bedeutet. Was machen die, wenn man einen Rolls Royce Cullinan umbauen will? Benennt man die Firma dann in "Culinaria" um?



Bisher hat Bengala nichts weiter gebracht als ein paar Computer-Grafiken von Exoten - wie sie täglich in tausenden Teenager-Stuben entstehen. Und, schaut man sich die Zeichnungen des Offroad-Bentaygas nur mal eine Minute an, stellt man schnell fest, das es den Spaniern offensichtlich nicht um Umsetzbarkeit des Ganzen geht - auch wenn man das mehr oder weniger (zugegeben versteckt) behauptet. Am Ende nur ein Gag der Spanier? Oder nimmt man es bei Physik und Technik nicht so genau? Für Bengala ist die Lösung in etwa "ganz viel Carbon". Klingt schon mal toll nach Hightech.

Bengala plant mit viel Carbon - sollte irgendwie passen. Oder?

Der Offroad-Profi schaut sich die Grafiken an und weiss: Das Ding wird so nix. Oder man müsste derart viel umbauen, das es preislich ins Unermessliche geht - und dazu müsste man jahrelange Erfahrung mitbringen. Ob man das als Wunderkerze/Fackel kann? Es gäbe (spontan) drei wirkliche Möglichkeiten einer Umsetzung:



A) Man baut einen Gitterrohrrahmen und legt eine GFK- oder Carbonkarosse darüber. Dann hätte man ein Rallyauto (ist ja ein anonymer Rally-Champion im Team), das aber faktisch keinen Nutzen bei null Komfort im Alltag hätte und dennoch mindestens das doppelte eines echten Bentayga kosten würde. Als Rallyauto wäre es dann aber auch nicht erfolgreich, weil man es über Jahre weiterentwickeln müsste. Siehe X-raid mit Mini oder Overdrive mit Toyota.

B) Man macht sich wirklich die Mühe und zerlegt den Bentayga. Wir spinnen mal: Aufgrund des Gewichts und Einsatzzwecks müsste ein neuer Rahmen oder Hilfsrahmen her. Aufgrund der Breite, Höhe und Offroad-Tauglichkeit gehen fast nur Portalachsen - jetzt wird es knifflig. Aufgrund des Gewichts müssten zudem nahezu alle schweren Metallteile durch GFK oder Carbon ersetzt werden. Je nach Resultat müsste das Fahrwerk neu entwickelt werden - so nutzen z.B. gepanzerte SUV wie der Mercedes G von Vladimir Putin umkonstruierte Rally-Fahrwerke, pro Rad so teuer wie ein neuer Opel Corsa. Von der Konfiguration der komplizierten und sensiblen Technik mal komplett abgesehen.



Das Alles will eine unbekannte "Design-Schmiede" aus Spanien schaffen, die sich "Wunderkerze" nennt und deren stolz verlinkter Webdesigner schon auf der Startseite mit einem "Error 403" glänzt?

Denkbar wäre schliesslich noch die russische Methode: Man nimmt eine Bentayga-Karosserie und setzt diese auf eine andere Plattform, von uns aus einen Panzer. Das Ding wäre dann wenigstens ein paar Meter fahrbar und man hätte was Echtes zum fotografieren. Mit einem Continental wurde das schon geschafft. Ebenfalls einen Continental hat "National Geographic" gebaut - der ist aber nur bedingt fahrbar. Und einen dritten Offroad-Continental gab es jüngst in einer Auktion zu ersteigern, der wurde man für den Genfer Salon als Showfahrzeug gebaut.



Tip von John Tim: Wenn auch Sie einen Bentley Offroader wollen: Für 129,00 US-Dollar gibt es einen 3D-Bausatz - eines "Mad Max" Bentleys. Der bekommt garantiert keine Strassenzulassung, dafür gibt´s ihn online [ HIER ].

Quelle: hs/hallmackenreuther | Bilder: Bengala, Rain Prisk, vietbao.vn, classic-youngtimer.com, national geographic, flatpyramid.com

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