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Erster Eindruck: Range Rover Evoque - neu und doch vertraut

14. May. 2019 I Autor: Hansy Schekahn I 233 mal gelesen
Erster Eindruck: Range Rover Evoque - neu und doch vertraut
Kompakt, klasse designt, neu und doch vertraut: Die zweite Auflage des Range Rover Evoque bleibt sich treu

Von Walther Wuttke | Gelungenes Design hat durchaus seine Tücken. Wie gestaltet man eine einmalige Formgebung neu und behält gleichzeitig die Ausstrahlung der ursprünglichen Linie? Vor dieser Frage standen die Kreativen bei Land Rover, als sie begannen, den Range Rover Evoque nach sieben Jahren Bauzeit und insgesamt mehr als 800.000 verkauften Exemplaren aufzufrischen. Die Antwort: Sie gingen sehr vorsichtig an ihre Aufgabe heran - und am Ende gelang ihnen das Kunststück, den kompakten SUV so neu zu komponieren, das die Veränderungen nichts Grundlegendes an der Designsprache verändern.





Mit dezenten Eingriffen an der Frontpartie unter anderem durch die neuen schmalen LED-Matrix-Scheinwerfer wirkt der Evoque noch selbstbewusster, und die versenkten Türgriffe machen die Seitenlinie zu einer glatten und ruhigen Fläche. Die Griffe sind übrigens "frostgetestet", so das die Evoque-Besitzer auch bei eisigen Temperaturen einsteigen können. Das dies nicht selbstverständlich ist, mussten im vergangenen Winter zahlreiche Tesla-Fahrer in den USA erfahren, deren nach dem selben Prinzip konstruierten Türöffner ihren Dienst verweigerten. "Wir haben die Griffe bei bis zu 40 Grad minus getestet, und sie funktionierten", beruhigt Sean Johnson, bei Land Rover für das Interieurdesign verantwortlich.

Innen verwöhnt Land Rover typisch mit edlem Luxus bis ins Detail

Im Innenraum hielt sich das Team um Johnson ebenfalls zurück und orientierte sich bei der Überarbeitung am Velar. Klare Flächen, Reduzierung auf das Wesentliche und der weitgehende Verzicht auf Schalter zusammen mit hochwertigen Materialien betonen den Premiumcharakter. Wie beim Smartphone lassen sich die wichtigsten Einstellungen über den zentral platzierten Bildschirm steuern. Überhaupt besitzt die Mittelkonsole inzwischen den Charakter eines rollenden Tablets. Neu ist auch die Alternative zum klassischen Leder mit der Einführung eines alternativen Gewebes, bei dessen Herstellung teilweise Recycling-Kunststoff eingesetzt wird.



Dank der neuen Premium-Transversale-Architektur (PTA) gewinnen vor allem die Passagiere im Fond zusätzlichen Platz. Der verlängerte Radstand bringt zwei Zentimeter zusätzlichen Raum – klingt nicht viel, wirkt sich aber spürbar aus. Auch der Gepäckraum wuchs um 16 Liter auf 591 Liter, und bei umgeklappter Rückbank kommt der Evoque auf 1.383 Liter. So passt auch der Einkauf im schwedischen Möbelhaus (vorausgesetzt Evoque-Kunden fahren dort vor) in das Heckabteil. Dann bewährt sich auch der (optionale) "ClearSight Smart View"-Rückspiegel, der sich auf Knopfdruck in einen Videoschirm verwandelt und das Geschehen hinter dem Evoque zeigt.

Auf der Strasse erfüllt der neue Evoque die Erwartungen, die man mit einem SUV aus dem Hause Land Rover verknüpft. Eine Premiere ist die Einführung der 48-Volt-Technik, die den kompakten Range Rover zu einem Mild-Hybrid mutieren lässt. Bei weniger als 17 km/h fährt der Evoque nach einem Tritt auf das Bremspedal elektrisch. Beim Beschleunigen nutzt die Technik die gespeicherte Energie, um den Antrieb zu unterstützen. So verringert sich der Verbrauch, verspricht Land Rover, um sechs Prozent. Demnächst schiebt Land Rover noch eine Plug-in-Hybridversion und Drei-Zylinder-Benzinmotoren nach.





Auch der kompakteste Land Rover vermittelt seinen Insassen dieses für die Marke typische Gefühl "My car is my castle". Nichts scheint den Evoque aus der Reserve zu locken, und auch bei höheren Geschwindigkeiten herrscht die Ruhe eines britischen Clubs. Nichts scheint das gut abgestimmte Fahrwerk nervös zu machen, und bei Bedarf unterstützen die zahlreichen Assistenzsysteme den Fahrer.

Die Preise beginnen ab 37.350 Euro - aber dann nur mit Frontantrieb

Auch im Gelände verhält sich der Evoque, wie man es von einem Land Rover erwartet und meistert Hindernisse, die für viele seiner Mitbewerber nicht erreichbar sind. Allerdings werden wahrscheinlich die wenigsten Evoque jemals Bekanntschaft mit Matsch und Schotter machen. Doch es ist für die Kundschaft offensichtlich beruhigend zu wissen, das man könnte, wenn man nur wollte. Allenfalls die vergleichsweise geringere Bodenfreiheit setzt dem Ausflug ins Gelände Grenzen.



Die Preisliste für den Range Rover Evoque beginnt bei 37.350 Euro für die Version mit Frontantrieb, die allerdings von gerade acht Prozent der Kunden gewählt wird. Dank der zahlreichen Möglichkeiten zur Individualisierung wird auch der Evoque dem Motto von Land Rover "Above and Beyond" treu und fährt so schnell in deutlich höhere Preisregionen.

Technische Daten Range Rover Evoque

Länge x Breite x Höhe: 437 x 210 x 165 cm
Radstand: 268 cm
Motor: Turbodiesel 1.999 ccm, Turbo, Direkteinspritzung
Leistung: 240 PS bei 2400 U/min
Max. Drehmoment: 500 Nm bei 1500–2500 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 225 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 7,7 Sek.
WLTP-Durchschnittsverbrauch: 6,3–6,2 Liter
CO2-Emissionen: 165–163 g/km (Euro 6d-TEMP)
Leergewicht / Zuladung: min. 1955 kg / max. 585 kg
Kofferraumvolumen: 591–1383 Liter
Max. Anhängelast: 2000 kg
Wendekreis: 11,6 m
Bodenfreiheit: 212 mm
Böschungswinkel: 25 Grad (v.) / 30,6 Grad (h.)
Rampenwinkel: 20,7 Grad
Wattiefe: 600 mm
Basispreis Testwagen: ab 49.150 Euro

Quelle: hs/wuttke/ampnet | Fotos: Land Rover




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